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Diu süezen wort, diu habent mir getân,
diu ir die besten al gemeine
sprechent, daz ich niene kan
gedenken wan an si alterseine.
ander mîn angest, der ist kleine,
wan der den ich von ir hân.
got weiz wol, daz ich nie gewan
in al der werlte sô liebe enkeine,
des sol si mich geniezen lân.
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Die süßen Worte, die haben bei mir bewirkt, -
welche über sie die Besten allgemein
sagen, – dass ich an nichts kann
denken als an sie ganz allein.
Meine sonstige Bedrängnis, die ist gering,
außer der, die ich ihretwegen habe.
Gott weiß wohl, daß ich (noch) nie gewann
auf der ganzen Welt eine solche Liebe,-
das soll sie mich genießen lassen.
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Swes got an güete und an getât
noch ie dekeiner frouwen gunde,
des gihe ich ime, daz er daz hât
an ir geworht als er wol kunde.
was danne, und arnez under stunde,
mîn herze es dicke hôhe stât.
noch möhte es alles werden rât,
wolden si die grôzen wunde
erbarmen, die si an mir begât.
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Was Gott an Tugenden und an Gestalt
noch nie einer Frau gönnte,
das gestehe ich ihm zu, dass er das hat
in ihr geschaffen, wie nur er es konnte.
Was dann, wenn es unterweilen dies büßen mag,-
mein Herz schlägt dessetwegen oftmals hoch.
Noch konnte dies alles gut werden,
wollten sie die großen Wunden
erbarmen, die sie mir zufügt.
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Swaz got an frouwen lât ertagen,
des enkan mir an ir nieman gemêren,
wan als ich ir muoz mîn angest sagen,
daz kan si leider wol verkêren.
ein herte herze kan siz lêren,
daz alsô lîhte mac vertragen
sô grôzez wüefen unde klagen,
daz ich lîde umb ir hulde mit sêren,
daz ich niemer mac getragen.
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Was immer Gott an Frauen erstrahlen läßt,
das kann mir an ihr niemand mehren,
aber ebenso muss ich ihr meine Befürchtung sagen:
das kann sie leider wohl (ins Gegenteil) verkehren.
Ein hartes Herz kann sie dies lehren,
das so leicht erdulden kann
so großes Jammern und Klagen,
das ich um ihrer Huld willen mit Schmerzen erleide,-
das ich nicht mehr ertragen kann.
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Ich sihe wol daz got wunder kan
von schœne würken ûz wîbe.
daz ist an ir wol schîn getân,
wan er vergaz niht an ir lîbe.
den kumber, den ich lîde,
den wil ich gerne hân
zediu daz ich mit ir belîbe
und al mîn wille sül ergân.
mîn frouwe sehe waz si des tuo,
dâ stât dehein scheiden zuo.
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Ich sehe wohl, dass Gott Wunder kann
an Schönheit bei der Frau wirken.
Das ist an ihr wohl sichtbar gemacht,
denn er vergaß nichts an ihr.
Den Kummer, den ich leide,
den will ich gern ertragen,
damit ich bei ihr bleiben darf
und all mein Wille geschehen möge.
Meine Herrin sehe zu, was sie dafür tue,
da gibt es keine Ausflucht.
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Si gedenke niht, daz ich sî der man,
der si ze kurzem wîlen minne.
ich hân von kinde an si verlân
daz herze mîn und al die sinne.
ich wart an ir nie valsches inne,
sît ich si sô liep gewan.
mîn herze ist ir ingesinde
und wil ouch stæte an ir bestân.
mîn frouwe sehe, waz si des tuo.
dâ stât dehein scheiden zuo.
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Sie denke nicht, dass ich der Mann sei,
der sie nur für kurze Zeit minne.
Ich habe von Kind an ihr überlassen
mein Herz und alle Sinne.
Ich gewahrte an ihr nie Falschheit,
seit ich sie so lieb gewann.
Mein Herz ist ihr Diener
und will auch beständig bei ihr bleiben.
Meine Herrin sehe zu, was sie dafür tue,
da gibt es keine Ausflucht.
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Quelle: Reclam ©1978 Deutscher Minnesang
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Wahl des Herzens
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Mîn herze und mîn lîp diu wellent scheiden
diu mit ein ander varnt nu mange zît.
der lîp wil gerne vehten an die heiden:
sô hât iedoch daz herze erwelt ein wîp
vor al der werlt, daz müet mich iemer sît,
daz si ein ander niht envolgent beide.
mir habent diu ougen vil getân ze leide.
got eine müeze scheiden noch den strît.
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Mein Herz will sich von meinem Leibe scheiden,
die miteinander fuhren manche Zeit.
Der Leib will freudig fechten mit den Heiden,
doch hat das Herz sich einer Frau geweiht
vor aller Welt. Ich bin voll Traurigkeit,
dass nun nicht mehr Gemeinschaft zwischen beiden.
Mir gaben meine Augen viel zu leiden.
Nur Gott allein kann schlichten diesen Streit.
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Sît ich dich, herze, niht wol mac erwenden,
du enwéllest mich vil trûreclîchen lân,
sô bite ich got daz er dich ruoche empfâ.
ôwê wie sol ez armen dir ergân!
wie torstest eine an solhe nôt ernenden?
wer sol dir dîne sorge helfen enden
mit solhen triuwen als ich hân getân?
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Vermag ich dich davon nicht abzuwenden,
dass du, mein Herz, mich bringst in schlimmen Zwist,
so bitt ich Gott, er möge dich entsenden
O weh des Leides, das kein Mensch ermisst!
Wie darf dich, armes Herz, der Wahn verblenden,
du fändest Hilfe, deine Not zu enden,
die Treue, die von mir gehalten ist?
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Ich wânde ledic sîn von solher swaere
dô ich daz kriuze in gotes êre nam.
ez waere ouch reht daz im ez alsô waere
wan daz mîn staetekeit mir sîn verban.
ich solte sîn ze rehte ein lébendic man,
ob ez den tumben willen sîn verbaere.
nu sihe ich wol daz im ist gar unmaere
wie mír ez an dem ende süle ergân.
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Ich glaubte frei zu sein von solcher Schwere,
nähm ich das Kreuz zu Gottes Ehre an.
Es wäre recht auch, dass ihm also wäre,
dovh hält die Treue mich in Herzensbann.
Ich wäre wohl ein lebensfroher Mann,
geläng’ es mir, dass ich mein Herz bekehre,
durch dessen Torheit ich mich ganz verzehre
und dessen Wahl ich nicht verwerfen kann.
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Minnenot
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Wâfenâ, wie hat mich minne gelâzen!
díu mich betwánc,daz ich lie mîn gemüete
án solhen wân der mich wol mac verwâzen,
ez ensî daz ich müeze geniezen ir güete,
vón der ich bín alsô dícke âne sin.
mich dûhte ein gewin, und wolte diu guote
wizzen die nôt diu mir wont in dem muote.
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O Not, wie mich Minne zurückließ zur Stunde,
die mich bezwang, dass ich lieh mein Gemüte
an solchen Wahn, der mich richtet zugrunde,
wird mir nicht einst noch zuteil ihre Güte,
durch die ich bin so ganz ohne Sinn!
Mir wäre Gewinn, wenn nur wollte die Gute
wissen die Drangsal in meinem Mute.
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Wâfen,waz hábe ich getân sô zunêren
daz mir diu guote night gruozes engunde?
sús kan si mír wol daz herze verkêren.
deich in der werlt bezzer wîp iender funde,
séht dêst mîn wân. dâ für sô wil ichz hân,
und dienen nochdan mit triuwen der guoten,
diu mich dâ bliuwet vil sêre âne ruoten.
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O Not, was tat ich ihr denn nicht zu Ehren,
dass ihren Gruß mir weigert die Eine?
Weiß sie doch völlig mein Herz zu verkehren,
dass in der Welt mir gefiele sonst keine.
Seht meinen Wahn! So gedacht, so getan!
Will dienen fortan mit Treue der Guten,
die da mich heftig bläut ohne Ruten.
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Wáz mac daz sîn daz diu werlt heizet minne,
únde ez mir túot alsô wê zaller stunde
únde ez mir nímt alsô vil mîner sinne?
ichn wânde niht daz ez iemen erpfunde.
getorste ich es jên daz ichz hête gesên
des mír ist geschên alsô víl herzesêre,
sô wolte ich gelouben dar an iemer mêre.
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Was mag es sein, was die Welt nennet Minne,
aber mir allerstunden tut wehe
und mich beraubet so oft meiner Sinne?
Niemand erfand es, nicht heute, nicht ehe.
Dürft’ ich gestehn, ich hätte gesehn,
wovon mir geschehn soviel herzwundes Leiden,
so wollt’ ich dran glauben und mich bescheiden.
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Minne, got müeze mich an dir gerechen!
wie vil dem herzen der fröuden du wendest!
möhte ich dir dîn krumbez ouge ûz gestechen,
des het ich reht, wan du vil lützel endest
an mir solhe nôt, sô dîn lîp mir gebôt.
und waerest du tôt, sô dûhte ich mich rîche.
sús muoz ich leben betwungenlîche.
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Möge mich, Minne, Gott an dir rächen!
weil du das Herz mir von Freuden abwendest!
Könnt’ ich dir dein krummes Auge ausstechen,
so täte ich recht,da du nimmer doch endest
an mir solche Not, die dein Sein mir gebot.
Wärest du tot, mir glückte mein Leben.
So leid ich, in deine Gewalt gegeben.
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Quelle: Reclam ©1978 Deutscher Minnesang
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